Unterstützung, Planung und klare Übersicht – das sind die Hauptkomponenten bei der Betriebsnachfolge. So erzählte ein Handwerker, der Unterstützung hatte und einen klaren Plan hatte, Kathrin Post-Isenberg in ihrer Kolumne in Deutsche Handwerks-Zeitung berichtet. Die Planung umfasste die Businessplanung, die Finanzierung und die Prüfung von Verträgen, die alle formal sauber waren. Trotzdem blieb eine Frage: Was übergeben wird, das liegt im Kopf des Übergebers und ist schwer zu dokumentieren?

Unausgesprochene Prozesse und Absprachen

Die Fragen, die der Übergeber in der Übergabe nicht anspricht, sind diejenigen, die im Betrieb selbst übergeben werden müssen: welche Absprachen gibt es mit Kunden, wer im Team braucht klare Ansagen und wer mehr Vertrauen, welche Lieferantenbeziehung funktioniert nur, weil man sich seit Jahren kennt, und welche Prozesse laufen, weil sie sich bewährt haben, oder weil niemand sie hinterfragt hat. Solche Fragen stehen selten in einem Übergabeplan, und genau das ist der blinde Fleck.

Formale und interne Prozesse

Formale Aspekte der Übergabe, wie Zahlen, Verträge und Fristen, lassen sich prüfen, abhaken und dokumentieren. Man kann sie besprechen. Im Gegensatz dazu ist die interne Wirklichkeit oft schwer in eine Tabelle zu schreiben. Sie liegt in Rollen, die nie sauber benannt wurden, in Verantwortlichkeiten, die sich über Jahre ergeben haben, in unausgesprochenen Erwartungen und in Sätzen wie: "Das machen wir hier eben so." Oder: "Das weiß der Kunde schon." Oder: "Darum kümmere ich mich immer selbst." Für den Übergeber ist vieles selbstverständlich. Für den Nachfolger ist es Neuland.

Planung von innen nach außen

Die Nachfolge muss nicht nur von außen nach innen, sondern auch von innen nach außen geplant werden. Was muss der Nachfolger wirklich verstehen, damit er den Betrieb führen kann? Welche Informationen braucht er, die in keiner Bilanz auftauchen? Welche Regeln dürfen bleiben, welche müssen neu verhandelt werden und welche waren nie Regeln, sondern nur Gewohnheiten? Diese Fragen sind oft übersehen, und genau deshalb reicht es nicht, Nachfolge nur von außen nach innen zu planen.

Die Übergabe von unbewussten Prozessen und Absprachen ist eine Herausforderung, die nicht übersehen werden darf. Handwerksbetriebe, insbesondere, aber auch andere Unternehmen, die sich auf Nachfolgeplanung spezialisiert haben, müssen diese Aspekte in ihre Pläne integrieren. Das bedeutet, dass Planung und Übergabe nicht nur formale Vorgänge sein sollten, sondern auch eine Sicht auf die unsichtbaren Prozesse und Absprachen, die im Handel und im Betrieb so wichtig sind.

Die interne Wirklichkeit lässt sich nicht so leicht in eine Tabelle schreiben, aber sie ist da. In Rollen, die nie sauber benannt wurden. In Verantwortlichkeiten, die sich über Jahre ergeben haben. In unausgesprochenen Erwartungen. In Sätzen wie: "Das machen wir hier eben so." Oder: "Das weiß der Kunde schon." Oder: "Darum kümmere ich mich immer selbst."

Was dies bedeutet für Operatoren: Operatoren müssen sich bewusst werden, dass eine umfassende Nachfolgeplanung auch unsichtbare Prozesse und Absprachen umfasst. Diese Aspekte sollten nicht übersehen werden, um die Übergabe in einem Chaos zu vermeiden. Eine umfassende Planung, die sowohl formale als auch interne Prozesse berücksichtigt, ist entscheidend für den Erfolg der Übergabe.