Die Einspeisevergütung für Solarstrom droht ab 2027 für kleine Anlagen zu entfallen. Einige Eigenheimbesitzer versuchen deshalb in diesem Jahr noch eine PV-Anlage auf ihr Dach zu bekommen, um die Kürzung vorzubeugen. Einige Anbieter rufen einen "Boom" in die Öffentlichkeit, obwohl die Praxis eine andere Meinung teilt. Installateursmeister Wolfgang Böhm installiert seit über 20 Jahren Photovoltaikanlagen und teilt sein persönliches Geschäftserlebnis mit dem Markt. Böhm betont, dass es "ein Rauf und Runter" ist, sowohl bei der Nachfrage als auch im politischen Umfeld, bei dem die Förderungen, Installationspflichten und die Einspeisevergütung maßgeblich sind, ob es einen Solarboom gibt oder nicht.

Die Einspeisevergütung im Wandel

Die Bundesregierung plant, dass die Einspeisevergütung für kleine PV-Anlagen sinken oder komplett entfallen soll. Handwerksmeister Böhm legt jedoch einen wichtigen Punkt dar: es wird nur die garantierte Einspeisevergütung entfallen, während die Besitzer der Anlagen weiterhin an dem Strom verdienen, den sie selbst vermarkten können. "Die Einspeisevergütung ist außerdem schon lange nicht mehr das Hauptargument der Kunden für eine PV-Anlage", betont Böhm. Im Bereich der Einfamilienhäuser und damit der kleinen Anlagen sei der Eigenverbrauch das Wichtigste – und dass man Kosten spare. Daraus folgt, dass Speicher an Bedeutung gewonnen haben. Böhm fügt hinzu, dass keiner mehr davon ausgeht, dass der reguläre Strompreis sinkt, im Gegenteil, Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer würden die Vergütung, die sie bekommen, wenn sie Strom einspeisen, zwar gerne annehmen, aber schon seit Jahren nicht mehr als geplante Einnahme sehen.

Die Panikmache der Anbieter

Die Anbieter versprechen, dass PV-Anlagen ab dem kommenden Jahr nicht mehr lohnen, dass die Preise steigen und dass man sich noch unbedingt in diesem Jahr eine PV-Anlage sichern müsse. Handwerksmeister Böhm nennt dies "Panikmache". Zwar setzen die Anbieter oft auf sehr wortstarkes Marketing, um Kunde zu gewinnen, durch das sie im Gegenzug ihre Kontaktdaten bekommen und sie an Installationsfirmen weitergeben. Diese "Datenhandel" wird jedoch als verzerrtes Bild beschrieben, da die Preise und die Langlebigkeit von PV-Anlagen nicht so dramatisch fallen, wie vorgestellt wird.

Was dies für Operatoren bedeutet

Die Kürzung der Einspeisevergütung für kleine PV-Anlagen wird dennoch die Nachfrage nach solaren Anlagen beeinflussen. Obwohl die Panikmache der Anbieter nicht überprägt ist, kann die Einschätzung des Marktes und der Politik eine Schwankung in den Installationszahlen bewirken. Die Fokus auf den Eigenverbrauch und die Speicherung des Solarstroms wird weiterhin steigend sein, was für Operatoren bedeutet, dass sie sich auf eine konsistente Nachfrage vorbereiten müssen, die auf Dauer nicht von kurzfristigen Fluktuationen abhängt. Die Rolle der Medien und Onlineanbieter, die Vergleichsangebote versprechen, wird weiterhin maßgeblich sein, was für Operatoren eine ständige Nachfrageanalyse erfordert.