Berufskleidung und Schutzschuhe für weibliche Handwerkerinnen sind zwar nicht mehr selten, jedoch gibt es immer noch Lücken in den Kollektionen, die zu Lasten von Tragekomfort und Bewegungsfreiheit gehen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag der Frauenanteil im Handwerk im Jahr 2025 bei etwa 10,3 Prozent, während es im EU-Bereich 10,8 Prozent waren. Diese Zahlen verweisen darauf, dass Frauen im Handwerk weiterhin unterrepräsentiert sind, obwohl die Anzahl der jungen Frauen in Ausbildungsstellen in Berufen wie Kraftfahrzeugmechatronikerin, Tischlerin, Elektronikerin oder Malerin und Lackiererin deutlich gestiegen ist.
Unzufriedenstellende Berufskleidung
Das Gros der Frauen im Handwerk arbeitet in kreativen und gesundheitsgewerblichen Berufen wie dem Friseur-, Konditoren-, Lebensmittel- oder Optikerhandwerk. Dennoch bleibt die Frage bestehen, was die Kolleginnen bei der Arbeit tragen sollen, wenn sie in Betrieben mit traditionellen, männlich geprägten Gewerken arbeiten. Nach den Erfahrungen von Silvia Mertens, Leitung Produktmanagement beim Textildienstleister Mewa (Wiesbaden), fühlen sich einige Frauen gut in gutsitzenden Unisex- oder Herrenmodellen. Allerdings muss das Gros der Frauen mit der Passform, die auf den männlichen Körperbau zugeschnitten ist, nicht zurechtkommen und muss mit fehlendem Tragekomfort, schlechtem Sitz, mangelnder Bewegungsfreiheit und ungenügender Schutzfunktion der Workwear klarkommen.
Ausbildungsplatzentwicklung
Der Zentrale Verband des Deutschen Handwerks hat erhebungen durchgeführt, die zeigen, dass die Anzahl der jungen Frauen, die in traditionell männlich geprägte Handwerksberufe gehen, gestiegen ist. Dies deutet auf eine allmähliche Trendwende hin, die sich auch auf die Beschaffung von Berufskleidung auswirken wird. Die Unternehmen werden zunehmend auf Berufskleidung für weibliche Mitarbeiterinnen angewiesen, um einheitliche und einreihende Arbeitsschutzkleidung bereitzustellen.
Lücke im Markt
Obwohl einige Unternehmen ihre Herrenkollektionen in einem sehr breiten Größenspiegel anbieten, die auch kleine und zierliche Personen berücksichtigen, bleibt es ein Problem, dass die meisten weiblichen Arbeitnehmerinnen in Hosen und Jacken in Männergrößen stecken müssen. Dies beeinträchtigt nicht nur den Tragekomfort, sondern auch die Produktivität der Mitarbeiterinnen, da sie ständig mit verrutschender Kleidung beschäftigt sind. Eine unzufriedenstellende Berufskleidung hat daher unmittelbare Auswirkungen auf die Produktivität und die Arbeitszufriedenheit.
Was das für Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner bedeutet, ist die Notwendigkeit, sich mit der Entwicklung von speziell auf weibliche Körper zugeschnittenen Berufskleidung auseinanderzusetzen. Unternehmen müssen sich auf den Markt einstellen und sicherstellen, dass die Arbeitsschutzkleidung für weibliche Mitarbeiterinnen optimal passt und die notwendige Bewegungsfreiheit und Schutzfunktion bietet. Die Vertriebspartner sollten sich auf die spezifischen Bedürfnisse weiblicher Arbeitnehmer konzentrieren und entsprechendes Angebot anbieten.