Die jüngste PISA‑Erhebung für das Jahr 2025 legt offen, dass ein erheblicher Teil der deutschen Jugend nicht über die grundlegenden Lese‑ und Mathematikkompetenzen verfügt, die für eine erfolgreiche Berufsausbildung unabdingbar sind. Für Vertriebs‑ und Einkaufsverantwortliche in der Baubranche bedeutet dies, dass bereits beim Einstieg neuer Auszubildender massive Qualifizierungsdefizite zu bewältigen sind.

Ausmaß der Kompetenzlücken

Laut einer Analyse der Deutschen Handwerks Zeitung verfehlt rund ein Drittel der 15‑jährigen Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesen und Mathematik die Basiskompetenzen. In Naturwissenschaften fehlt es jedem vierten Jugendlichen, während ein Fünftel in keinem der drei Bereiche ausreichende Fähigkeiten aufweist. Die Studie befragte im Jahr 2025 bundesweit etwa 6 700 Jugendliche.

Historischer Tiefststand

Damit übertrifft das aktuelle Niveau selbst den sogenannten Pisa‑Schock vor 25 Jahren.

Folgen für den Fachkräftenachwuchs im Bauwesen

Jeder dritte Jugendliche fehlt grundlegende Kompetenzen in Lesen und Mathematik, jeder vierte in Naturwissenschaften. Diese Defizite erschweren den Einstieg in Ausbildung, Studium und letztlich in die Arbeitswelt.

Stimmen aus Wirtschaft und Politik

Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), warnt laut Deutsche Handwerks Zeitung vor den Risiken für die betriebliche Ausbildung: „Zu viele junge Menschen verlassen die Schule ohne die Grundkompetenzen, die für eine gelingende Ausbildung nötig sind.“ Das ifo‑Institut München unterstreicht mit Ludger Wößmanns Aussage, dass die Grundkompetenzen der Bevölkerung entscheidend für Produktivität und gesamtwirtschaftliches Wachstum seien.

Erwartete Maßnahmen

Schwannecke fordert eine flächendeckende Berufsorientierung sowie die Stärkung von Programmen wie „Passgenaue Besetzung“, „Einstiegsqualifizierung“ und „Assistierte Ausbildung“. Diese Initiativen sollen laut Quelle über das Jahr 2027 hinaus fortgeführt werden, um den Qualifikationsnachholbedarf zu decken.

Was das für Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner bedeutet

Bauunternehmen müssen künftig stärker in die frühzeitige Qualifizierung von Auszubildenden investieren. Praktische Konsequenzen sind:

  • Einführung gezielter Förderprogramme für Grundkompetenzen bereits im zweiten Ausbildungsjahr, um Lese‑ und Rechendefizite zu schließen.
  • Ausweitung der Zusammenarbeit mit Schulen und Berufsinformationszentren, um die Berufsorientierung in den Kernfächern zu stärken.
  • Anpassung von Auswahlkriterien beim Recruiting: Neben fachlichen Tests sollten Bewerber auf ihre Grundkompetenzen geprüft werden, um späteren Nachsteuerungsaufwand zu reduzieren.
  • Integration von Lernplattformen und Mentoringsystemen im Betrieb, um fehlende Kompetenzen während der Ausbildung kompensieren zu können.

Durch diese Maßnahmen können Bauunternehmen die Qualität ihrer Fachkräftebasis sichern und langfristig den steigenden Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften im Bausektor decken.