Der Umstieg auf Elektro‑Nutzfahrzeuge gehört für viele Unternehmen im Bau- und Handwerkssektor bereits zur Mobilitätsstrategie. Entscheidend ist, ob das Einsatzprofil des Betriebs zu den Eigenschaften eines E‑Transporters passt (Deutsche Handwerks Zeitung).

Wirtschaftliche Argumente für den Umstieg

Betriebe, die täglich zwischen 80 km und 150 km im regionalen Umfeld unterwegs sind und ihre Fahrzeuge über Nacht am Firmensitz laden, können laut Fachbericht Energie‑ und Wartungskosten deutlich senken. Zusätzlich entfällt die Kfz‑Steuer, was die Gesamtkosten weiter reduziert. Wird dabei selbst erzeugter Solarstrom genutzt, verbessert sich das Kostenbild noch zusätzlich (Deutsche Handwerks Zeitung).

Technische Grenzen bei schweren Lasten

Bei Einsätzen mit hohen Zuladungen oder häufigen Fahrten über die Maximalreichweite von E‑Transportern steigen der Stromverbrauch und die notwendige Ladefrequenz. In städtischen Baustellen, wo typischerweise keine 300 km pro Tag zurückgelegt werden, bleibt das Konzept jedoch attraktiv – solange die Fahrzeuge nicht dauerhaft mit maximaler Belastung betrieben werden (Deutsche Handwerks Zeitung).

Blick in die Zukunft: Festkörperbatterien

Festkörperbatterien versprechen deutlich höhere Reichweiten. Mercedes testete eine neuartige Festkörperzelle im EQS‑Modell und erreichte auf der Strecke Stuttgart–Malmö 1 205 km ohne Zwischenladung; am Ziel zeigte das Fahrzeug noch 137 km Restreichweite an (Ingenieur.de).

Potenzial von 1500 km Reichweite

Entwickler streben nach Akkus, die 1 000 bis 1 500 km pro Ladung ermöglichen. Erste Prototypen haben bereits über 1 200 km auf realen Straßen zurückgelegt, ein wichtiger Schritt hin zur Serienreife (Ingenieur.de).

Praktische Schritte für die Umsetzung

Eine fundierte Analyse des Fuhrparks ist Voraussetzung: Fahrprofile, Standzeiten, durchschnittliche Zuladung und konkrete Einsatzszenarien müssen erfasst werden. Auf Basis dieser Daten lässt sich ein geeigneter Modellmix bestimmen und der optimale Zeitpunkt für den Umstieg planen. Der Aufbau einer firmeneigenen Ladeinfrastruktur – vorzugsweise das Laden über Nacht am Betriebsstandort – verhindert teure öffentliche Ladevorgänge und maximiert die Wirtschaftlichkeit. Zudem stehen in vielen Bundesländern Förderprogramme zur Verfügung, die Investitionen in E‑Mobilität unterstützen.

Was das für Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner bedeutet: Unternehmen sollten zunächst prüfen, ob ihre täglichen Fahrstrecken im Bereich von 80–150 km liegen und über geeignete Park- bzw. Ladeflächen am Betrieb verfügen. Bei positivem Ergebnis können sofortige Kosteneinsparungen realisiert werden, während gleichzeitig die Umweltbilanz verbessert wird. Parallel sollte das Management die Entwicklungen bei Festkörperbatterien beobachten – ein späterer Fahrzeugwechsel könnte dann noch größere Reichweiten ohne zusätzliche Infrastruktur ermöglichen und langfristig weitere Einsparpotenziale erschließen.