Die Schifffahrt hängt noch fast komplett am Verbrenner. Allerdings plant die Meyer Werft, die in Papenburg tätigen Schiffsbaufirma, das weltweit erste vollkommen batterieelektrische Kreuzfahrtschiff mit einer Länge von 275 Metern und einer Größe von mehr als 80.000 BRZ (Bau- und Rohstoffzahlen). Das Projekt „Vision“ sollte technisch machbar sein, wenn es nur noch eine Reederei gibt, die das Schiff bestellt.

Die Schifffahrt ist für rund 3 % der menschengemachten Treibhausgasemissionen verantwortlich und hat sich bisher mit wenig nachhaltigen Antrieben aus. Das neue Elektrifikationsprojekt könnte einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens leisten, obwohl bislang kein Kreuzfahrtschiff vollständig batteriebetrieben über die Weltmeere gefahren ist.

Meyer Werft hat mit dem Projekt „Vision“ das weltweit erste zu 100 % batterieelektrisch betriebene Kreuzfahrtschiff vorgestellt. Das Schiff soll eine Länge von 275 Metern haben, was es zum größten dieser Art der Welt machen würde. Die Firma ist bekannt für den Bau großer Passagierschiffe wie die „Aida nova“ (337 m Länge) oder die „Carnival Jubilee“ (345,39 m Lüa).

Nachhaltigkeit und Zukunftstechnologie

Die Planung des Elektrifikationsprojekts zeigt den fortschreitenden Druck auf die Schifffahrt, nachhaltigere Antriebe zu nutzen. Norwegen hat bereits seit einigen Jahren Beispiele dafür, dass auch kleinere Fähren batteriebetrieben sind, aber kein Kreuzfahrtschiff ist bisher vollständig elektrisch über die Weltmeere gefahren.

Technische Herausforderungen und Möglichkeiten

Meyer Werft schätzt das Schiff auf mehr als 80.000 BRZ, was es zur größten der Art machen würde. Das bedeutet, dass das Schiff einen enormen Energiespeicher benötigen würde, um den langfristigen Antrieb sicherzustellen. Die Firma sieht jedoch die technische Machbarkeit des Projekts und plant, den Flughafen Hamburg zu nutzen, um die notwendige Batterieladestation zu betreiben.

Obwohl die Technik für ein vollkommen batterieelektrisches Kreuzfahrtschiff im Grunde erreichbar ist, fehlt noch der Auftraggeber. Dies zeigt, dass trotz wachsenden Interesses und technischer Fortschritte noch kein Käufer bereit ist, den ersten Schritt zu machen.

Woraus die Bauunternehmen lernen können

Für Bauunternehmer und ihre Vertriebspartner bedeutet das, dass es noch nicht an der Zeit ist, sich vollständig auf elektrische Lösungen zu konzentrieren. Die Planung und Realisierung von Projekten mit neuen Antriebssystemen erfordert immer noch viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Es ist wichtig, dass Unternehmen sich bewusst sind, dass die Nachfrage nach solchen Projekten erst noch gewonnen werden muss.

Es zeigt auch, dass es eine starke Zusammenarbeit zwischen Baufirmen und Kunden wie Reedereien gibt, um innovative Antriebslösungen zu entwickeln. Die Ziele der Nachhaltigkeit sind offensichtlich angesichts dieser Entwicklungen, aber die Umsetzung wird langsam sein.