Die Kieler Staatskanzlei hat am 19. September eine weitreichende Umstellung auf Open-Source-Software (OSS) durchgeführt, die Windows weitgehend aus der Verwaltung verbannt. Dabei nutzen mehr als 200 Beschäftigte nun Linux und andere freie Softwarepakete wie LibreOffice und Thunderbird.
Einige Arbeitsplätze laufen weiterhin auf Microsoft-Software, da bestimmte Fachverfahren es noch nicht ermöglichen, den Wechsel vollständig durchzuführen. Dies unterstreicht, dass trotz der technologischen Fortschritte und der zunehmenden Akzeptanz von OSS in der Verwaltung, der Wechsel nicht ohne Schwierigkeiten vonstatten geht.
Verlauf des Umstiegs
Der Schritt des Landes Schleswig-Holstein zum Einsatz von OSS war nicht unerwartet. Bereits im Oktober 2025 hatte Schleswig-Holstein mehr als 40.000 Postfächer von Exchange und Outlook auf Open-Xchange und Thunderbird umgestellt. Dieser Schritt traf auch Justiz und Polizei. Parallel dazu wurde die Bürosoftware auf LibreOffice umgestellt, was eine wesentliche Schritt in Richtung vollständiger Digitalisierung und Souveränität war.
Der Umstieg von proprietärer Software zu Open Source ist Teil der Strategie des Landes, die digitale Souveränität zu stärken und von der dominierenden Position von großen Softwareunternehmen wie Microsoft unabhängig zu werden. Diese Initiative zeigt, dass es möglich ist, wichtige Dienstleistungen mit offener Software zu erbringen, ohne dabei an Funktion und Sicherheit zu verlieren.
Herausforderungen und Vorteile
Die Umstellung auf Open-Source-Software bringt sowohl Vorteile als auch Herausforderungen mit sich. Einerseits ermöglicht OSS eine größere Kontrolle über den Quellcode und damit eine bessere Anpassung an individuelle Bedürfnisse. Dies kann zu niedrigeren Laufkosten und einem verbesserten Datenschutz führen.
Andererseits steht der Wechsel von proprietärer Software zu Open Source vor technischen und administrativen Herausforderungen. Es erfordert eine gründliche Planung und Umstellung, die oft zusätzliche Aufwand bedeutet. Zudem muss sichergestellt werden, dass alle Mitarbeiter mit der neuen Software umgehen können, ohne dabei die Produktivität zu gefährden.
Praktische Auswirkungen
Der Wechsel von proprietärer Software zu Open Source könnte auch praktische Auswirkungen auf Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner haben. Viele der Programme und Tools, die in der Baubranche verwendet werden, sind auf proprietäre Software wie Microsoft Office oder AutoCAD basiert. Durch den Anstieg der Anzahl der Organisationen, die zu Open Source wechseln, könnte es notwendig werden, auch in der Baubranche auf solche Systeme umzustellen.
Das bedeutet für Bauunternehmen, dass sie möglicherweise auf Open-Source-Tools wie LibreOffice oder OpenOffice zählen müssen, wenn sie sich mit Behörden und anderen Unternehmen verbinden, die diesen Schritt bereits unternommen haben. Zudem könnten sich die Anforderungen an Softwareentwickler und Supportdienstleistungen ändern, da die Fähigkeit zur Anpassung und Verwaltung von offener Software zunehmend gefragt sein könnte.