Wer einen Kosmetikbetrieb eröffnen will, braucht keinen Meisterbrief. Das Handwerk ist zulassungsfrei, was jedoch viele Vorurteile verursacht. Ab Februar 2027 bereitet eine neue Meisterschule in Kassel erstmals auf die Kosmetiker-Meisterprüfung vor. Dieser Schritt signalisiert eine qualitative Erhöhung in einem bislang zulassungsfreien Beruf.
Was der Beruf wirklich umfasst
Die Kosmetikerin Anja Lohrmann-Zohren betreibt seit 35 Jahren ihre staatlich anerkannte Fachschule für Kosmetik und Podologie „Lohrmann & L’école“. Ihre Schule in Vellmar bei Kassel bildet Schülerinnen und Schüler aus, die einen Beruf erlernen, der weit über schminken und Nägel lackieren hinausgeht. „Die Haut ist das größte Organ, das wir haben,“ betont Lohrmann-Zohren. „Das macht deutlich, wie viel Verantwortung in unseren Händen liegt.“
Die Lehrkraft legt Wert auf eine umfassende Ausbildung, die neben der Praxis auch theoretische Grundlagen vermittelt. Zudem sind Kenntnisse in Physiologie, Endokrinologie und Hautdiagnose notwendig. „Viele denken: Kosmetik, das ist ein bisschen schminken, ein bisschen cremen, Nägel lackieren und das war’s. Dabei stecken viel mehr in dem Beruf.“
Die neue Meisterschule in Kassel
Die 58-jährige Lohrmann-Zohren plant, die erste Meisterschule in Kassel einzurichten. Im kommenden Februar soll die erste Vorbereitung für die Kosmetiker-Meisterprüfung starten. Das Angebot umfasst die Teile 1 und 2, also Fachpraxis und Fachtheorie. Die Teile 3 und 4, die betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Inhalte sowie die Ausbildereignung, können vorab an einer entsprechenden Bildungseinrichtung abgelegt werden.
Die Nachfrage nach der Kosmetik-Meisterschule ist bereits hoch, sagt Lohrmann-Zohren. „Die erste Klasse werden wir vollkriegen.“ Sie plant Kurse mit 14 bis 16 Plätzen, wobei es sich überwiegend um Meisterschülerinnen handeln wird. Männer sind im Kosmetiker-Handwerk nach wie vor sehr selten. Lohrmann-Zohren baut ihre Meisterschule zusammen mit Thorsten Schäfer auf, der in dritter Generation eine Kosmetikschule leitet.
Die praktischen Konsequenzen
Die Einführung einer Meisterschule in der Kosmetikbranche kann für Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner eine wichtige Qualitätsoase sein. Eine höhere Qualifikation der Mitarbeiter kann den Wettbewerbsvorteil im Bauen und Immobilien segmentieren. Kunden, die nach einer verantwortungsbewussten Behandlung suchen, werden an einen Kosmetiker oder eine Kosmetikerin denken, die nicht nur schminken, sondern auch profunda Fachwissen verfügen.
Da die Kosmetik als Teil der Einrichtung von Gebäuden zunehmend in den Fokus rückt, werden auch im Bau- und Immobiliensektor Verantwortung und Qualität in der Kosmetikpflege angesprochen. Bauunternehmen können nun ihre Vertriebspartner und Kunden mit hochqualifizierten Fachkräften versorgen, die nicht nur Ästhetik, sondern auch medizinische Grundlagen beherrschen.