Handwerksunternehmer beginnen den Tag oft schon früh mit rigoroser Morgenroutine: Eisbad um fünf Uhr morgens, Schlaftracking, Disziplinierte Ernährung und Fitnessprogramme, um das hohle Gefühl der Überlastung zu bekämpfen. Diese Praktiken sollen den Körper leistungsfähiger machen und den Tag produktiver gestalten.
Frühe Morgen und tägliche Disziplin
Es ist kurz nach fünf Uhr morgens. Der Handwerksunternehmer sitzt im Eisbad, kontrolliert anschließend seine Schlafwerte, nimmt Nahrungsergänzungsmittel und versucht, mit einer perfekt getakteten Morgenroutine mehr Energie für den Tag zu gewinnen. Noch bevor er das Haus verlässt, kommen die erste Krankmeldung, eine Rückfrage von der Baustelle und die Nachricht eines Kunden, der dringend einen Termin braucht. Der Tag hat noch nicht richtig begonnen und trotzdem ist er bereits fremdbestimmt.
Erhöhte Arbeitsbelastung durch Selbstoptimierung
Was nach Disziplin und Gesundheitsbewusstsein aussieht, ist in vielen Fällen der Versuch, ein dauerhaft zu hohes Arbeitspensum irgendwie auszuhalten. Biohacking, Morgenroutinen, Fitnessprogramme, Schlaftracking und Ernährungskonzepte versprechen mehr Konzentration, Belastbarkeit und Erfolg. Daran ist zunächst nichts falsch. Viele dieser Methoden können sinnvoll sein. Kritisch wird es, wenn Gesundheit nur noch dazu dienen soll, länger zu funktionieren. Gerade selbstständige Handwerksunternehmer sind dafür besonders anfällig. Viele von ihnen beginnen den Tag früh, verbringen Stunden auf Baustellen, lösen Personalprobleme, sprechen mit Kunden und erledigen ihre Büroarbeit am Abend. Sie tragen nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern für den gesamten Betrieb.
Kommt nun noch der Anspruch hinzu, jeden Morgen zu meditieren, Sport zu treiben, gesund zu kochen und die eigene Leistung permanent zu messen, entsteht kein Ausgleich. Es entsteht zusätzlicher Druck. Die Aufträge, die Mitarbeiter, die Kunden, das Büro und die Familie. Sie tragen nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern für den gesamten Betrieb. Dieser zusätzliche Druck verschlimmert die Überlastung.
Zusätzlicher Druck und Erschöpfung
Die Aufträge, die Mitarbeiter, die Kunden, das Büro und die Familie. Sie tragen nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern für den gesamten Betrieb. Kommt nun noch der Anspruch hinzu, jeden Morgen zu meditieren, Sport zu treiben, gesund zu kochen und die eigene Leistung permanent zu messen, entsteht kein Ausgleich. Es entsteht zusätzlicher Druck.
In meiner Arbeit als Coachin erlebe ich immer wieder Menschen, die nicht deshalb erschöpft sind, weil sie zu wenig an sich arbeiten. Sie sind erschöpft, weil sie sich selbst seit Jahren kaum noch vorkommen. Viele Unternehmer reagieren auf Erschöpfung mit noch mehr Disziplin. Sie stehen früher auf, planen genauer, kaufen neue Präparate oder beginnen das nächste Gesundheitsprogramm. Doch nicht jede Müdigkeit ist ein Motivationsproblem.
Kritik an Selbstoptimierungsansätzen
Die Erkenntnis, dass Selbstoptimierung oft das Problem verschlimmert, deutet darauf hin, dass ein anderer Ansatz geboten ist. Es geht nicht nur um individuelle Gesundheitsmaßnahmen, sondern um strukturelle Veränderungen im Betrieb. Diese Strukturen sind entscheidend, um die Arbeit zu entlasten und das Wohlbefinden der Handwerksunternehmer zu verbessern.
Was das für Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner bedeutet, ist, dass sie nicht nur auf individuelle Gesundheitsmaßnahmen und Selbstoptimierungsansätze setzen sollten, sondern auch strukturelle Veränderungen in Betracht ziehen. Dies kann zum Beispiel die Optimierung des Arbeitsablaufes, die Einführung von Flexibilität oder die Unterstützung bei der Personalplanung umfassen.