Die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR, die seit dem 12. August 2026 in Kraft ist, bereitet Handwerksbetrieben erhebliche Schwierigkeiten, wie die Deutsche Handwerkszeitung berichtet. Neben Großunternehmen sind auch kleine Handwerksbetriebe wie Bäckereien nun zur Abgabe von detaillierten Verpackungsdaten verpflichtet.
Nicht nur große Unternehmen betroffen
Zwar gehören Verpackungen in Bäckereien zum täglichen Geschäft. Brot und Brötchen werden zumeist in Papierverpackungen geliefert. Durch die Neuregelungen müssen sich Bäckereien nun nicht nur im Verpackungsregister LUCID registrieren, sondern in vielen Fällen auch sämtliche Mengen an Brötchentüten und anderen Verpackungsmaterialien ermitteln und diese regelmäßig melden. Nutzen sie beispielsweise Verpackungen, auf denen das eigene Logo oder der Name gedruckt ist, oder versenden sie Backwaren ins EU-Ausland, treten sie in die Rolle des Verpackungsherstellers und müssen dessen Verantwortung für die Verpackungen übernehmen.
Bürokratische Herausforderungen
Dies kostet Zeit. Allein das Zählen und Übermitteln der Verpackungsmengen bedeutet für kleine Betriebe wie die Berliner Bäckerei SoLuna stundenweise Büroarbeit. Arbeitszeit, die Bäckermeisterin Katrin Knopp zusätzlich leisten muss, denn die Bäckerei, die nur eine Backstube und einen Laden betreibt, hat kein Personal, das die Arbeiten übernehmen kann. Erst im Juli hat sie die Bäckerei übernommen und musste sich deshalb mit einigen bürokratischen Hürden herumschlagen.
Konkrete Auswirkungen
So kam es auch, dass Katrin Knopp etwas spät dran war mit der neuen Anmeldung ihrer Verpackungsmengen und das im August noch nicht erledigt hatte. Das brachte ihr prompt eine Strafzahlung beim Systementsorger ein. „Das war mitten in der Urlaubszeit und wenn man sich das erste Mal damit beschäftigen muss, welche Art der Verpackung man verwendet, welche man registrieren muss und welche nicht und wo man sich dann überall anmelden muss, ist das ein riesiger Berg an Arbeit“, sagt die Bäckermeisterin. Heute weiß sie, dass es nicht nur die Brötchentüten mit dem eigenen Logo sind, für die sie neue Abgaben bezahlen muss, sondern auch jede Verpackung, die einen Aufkleber mit dem Namen ihrer Bäckerei trägt.
Was das für Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner bedeutet, ist eine erhebliche Steigerung der bürokratischen Belastung und möglicherweise zusätzliche Kosten durch Verpackungsabgaben und Verstöße. Darüber hinaus muss jede Verpackung und jede Verpackungsmaterialien-Menge genau registriert und gemeldet werden, was zu zusätzlicher Arbeitszeit und damit zu erhöhten Kosten führt.