Viele Menschen beabsichtigen, ihre Immobilien an ihre Kinder oder andere Familienmitglieder zu vermachen. Doch häufig fällt es ihnen schwer, ihre Wünsche und Ziele rechtssicher zu formulieren. Die Deutsche Handwerks-Zeitung hat vier häufig auftretende Fehler beim Testamentschreiben aufgezeigt, die zu rechtlichen Auseinandersetzungen führen können.
Unklare Formulierungen
Die erste Kategorie von Fehlern betrifft unklare Formulierungen im Testament. Zum Beispiel lautet eine typische Phrase: „Das Haus soll Tochter XY erhalten“. Diese Formulierung klingt eindeutig, ist aber juristisch nicht eindeutig. Ein Haus ist ein immaterielles Gut, das genaue Rechte und Pflichten mit sich bringt. Es muss klar definiert sein, welche Rechte die Erbin in Bezug auf das Haus hat, z.B. ob es um den Eigentumsanspruch oder um die Nutzung geht. Ohne klare Formulierungen kann es zu Missverständnissen kommen und schließlich zu rechtlichen Auseinandersetzungen.
Unerwartete Folgen durch Bindungswirkung
Eine weitere häufige Fehlkategorie beim Testamentschreiben betrifft die Bindungswirkung. Ein häufiges Beispiel ist die Formulierung „Wir Eheleute erben gegenseitig und dann erst die Kinder“. Diese Formulierung kann ein Testament mit Bindungswirkung verursachen. Das bedeutet, dass das Testament nach der Verheiratung nicht mehr geändert werden kann, obwohl die Eheleute das so nie beabsichtigt hatten. Diese unerwartete Bindungswirkung kann zu unerwünschten Folgen führen, wenn sich die Lebensverhältnisse ändern.
Formalitäten beachten
Ein weiterer häufiger Fehler betrifft die Formulierung und die Aufbewahrung des Testaments. Ein nicht notariell geschriebenes Testament muss eigenhändig und handschriftlich geschrieben sein, mit Datum und Unterschrift versehen. Computerdrucke, E-Mails oder andere digitale Formate sind nicht gültig. Es ist wichtig, dass die Formulierung und Aufbewahrung des Testaments den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, um sicherzustellen, dass es rechtlich wirksam ist.
Gleichberechtigung aller Kinder
Eine weitere häufige Fehlkategorie betrifft die Erbfrage nach unehelichen Kindern. Alle leiblichen Kinder haben die gleichen Erbrechte, auch wenn es seit Jahrzehnten keine Kontakte mehr zu einem Kind gibt. Dies kann zu unerwarteten Erbansprüchen führen, wenn ein Elternteil das Erbe eines unehelichen Kindes nicht bedacht hat.
Was das für Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner bedeutet: Eine klare Erbplanung ist von entscheidender Bedeutung, um Immobilienkonflikte und rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner sollten ihre Kunden daher darauf hinweisen, dass sie ein professionelles Testament aufsetzen lassen, um unerwünschte Folgen zu vermeiden. Eine klare Erbplanung kann auch dazu beitragen, dass Immobilienverkäufe reibungslos verlaufen.