Das Bundesinstitut für Berufsbildung (Bibb) hat ein neues Informations- und Datenportal namens Berufe- und Kompetenzradar entwickelt. Das Tool ermöglicht es jetzt jedem – sei es Ausbilder, Berufsschullehrer oder auch Verband –, Berufeebene genaue Informationen über die sich verändernden Handwerksberufe zu erhalten (Deutsche Handwerks Zeitung).
Untersucht werden hierbei Entwicklungen in den Beschäftigten- und Auszubildendenzahlen sowie Indikatoren für Arbeitsintensität, körperliche Belastung und Handlungsspielraum. So zeigte das Berufe- und Kompetenzradar, dass weniger Beschäftigte im Baugewerbe eine duale Berufsausbildung haben, die durchschnittliche Arbeitszeit gesunken ist – allerdings nicht so stark wie in der Gesamtwirtschaft (Deutsche Handwerks Zeitung).
Hintergrund: Ökologische Transformation
Ein auffälliger Fall im Berufe- und Kompetenzradar betrifft den Schornsteinfeger. Die ökologische Transformation hat hier einen großen Einfluss, besonders mit dem geänderten Gebäudeenergiegesetz von 2023, das Beratungen vor dem Einbau einer Verbrennerheizung verpflichtend macht (Deutsche Handwerks Zeitung).
Der Schornsteinfeger wird heute in 63,4 Prozent der Stellenanzeigen mit „grünen Begriffen“ beschrieben. Diese Zahlen stiegen von nur zehn Prozent im Jahr 2013. Gleichzeitig zeigt sich auch, dass ökologische Themen stark in Handwerksberufen angekommen sind: In 16 Prozent aller Stellenanzeigen in Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik werden solche Begriffe genannt (Deutsche Handwerks Zeitung).
Neue Tendenzen
Neben den veränderten Tätigkeiten wird auch ein neuer Beruf entwickelt: Der Elektroniker für Gebäudesystemintegration. Dieser Beruf befasst sich mit der Integration von Elektrik und Automatisierung in Gebäuden (Deutsche Handwerks Zeitung).
Was das für Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner bedeutet
Diese Entwicklungen haben wichtige Konsequenzen für die Bau- und Immobilienbranche. Bauunternehmer und ihre Vertriebspartner müssen sich auf eine zunehmende Nachfrage nach beratenden Dienstleistungen einstellen, insbesondere in Bereichen wie Energieeffizienz und Klimaanpassung (Deutsche Handwerks Zeitung). Dies erfordert möglicherweise neue Fähigkeiten und Kompetenzen im Vertrieb und Einkauf.
Zusätzlich wird sich die Qualifikationsstruktur der Arbeitnehmer verändern. Es werden immer mehr Tätigkeiten, die beratend orientiert sind, in den Handwerksberufen erforderlich (Deutsche Handwerks Zeitung). Dies bedeutet, dass Bauunternehmen möglicherweise ihre Personalstrukturen anpassen und neue Trainingsmöglichkeiten anbieten müssen.
Die Veränderungen im Berufe- und Kompetenzradar des Bibb erlauben es Unternehmen, sich besser auf die kommenden Anforderungen in der Baubranche zu vorzubereiten. Indem sie frühzeitig mit den Trends umgehen, können sie ihre Position auf dem Markt sicherstellen und anpassungsfähig bleiben (Deutsche Handwerks Zeitung).