Lehrjahre sind keine Herrenjahre" – ein Spruch mit Tradition, der im Handwerk bis heute Schaden anrichtet. Dieser Satz, der bereits 1970 schlecht war und 2026 endgültig in die Vergangenheit gehört, dient nur dazu, Auszubildende zu „kleinhalten“ – eine Methode, die ihre Zukunft gefährdet.

Was genau macht aus?

Die neuen Auszubildenden sind in ihre Lehrzeit gestartet und vermutlich bald werden sie wieder den Satz hören: "Lehrjahre sind keine Herrenjahre." Ein Spruch, der schon 1970 schlecht war. Direkt neben das Wählscheibentelefon und die Vorstellung, dass junge Menschen erst einmal klein gemacht werden müssen.

Das Handwerk braucht Fachkräfte

Natürlich müssen Auszubildende mit anpacken. Auch ein Hof muss gekehrt, Werkzeug gereinigt und Material weggeräumt werden – das gehört zum Berufsbild. Doch wer seine Auszubildenden Tag für Tag nur an den Besen stellt, bildet keine Fachkraft aus. Er beschäftigt eine günstige Reinigungskraft und nennt es Ausbildung. Dafür ist die gemeinsame Zeit viel zu kurz.

Berufsschule, überbetriebliche Lehrgänge, Urlaub, Prüfungsvorbereitung: Von drei Ausbildungsjahren bleibt im Betrieb weniger übrig, als viele glauben. Jede Woche zählt. Wir reden im Handwerk ständig über Nachwuchs, fehlende Fachkräfte und ungeklärte Nachfolgen.

Ausbildung ist Zukunftsarbeit

Deshalb sollten junge Menschen nicht nur durch die Prüfung geführt werden, sondern als Jahrgangsbester abschließen. Andere sollten fragen, wo dieser junge Mensch ausgebildet wurde. Und ihm sollte danach nicht nur ein Vertrag angeboten werden, sondern auch eine Karrieremöglichkeit. Ausbildung ist keine Aufgabe, die nebenbei läuft – sie ist Zukunftsarbeit.

Wer ausbildet, übernimmt Verantwortung, erklärt Arbeitsabläufe, lässt Fehler zu und fordert Fortschritt ein. Das bedeutet nicht, dass Auszubildende in Watte gepackt werden müssen. Sie dürfen gefordert werden – verlässlichkeit, Sorgfalt und Einsatz sind im Handwerk keine freundlichen Empfehlungen. Aber Fordern ist etwas anderes als Kleinhalten.

Ausbildungsprozess benötigt Zeit

Die gemeinsame Zeit zählt – es reicht nicht aus, Auszubildende nur durch die Prüfung zu bringen. Vielmehr sollten sie Schritt für Schritt mehr Selbstvertrauen gewinnen und sich entwickeln. Lehrzeit ist keine Herrenzeit.

Was das für Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner bedeutet:

Ausbildungsprozesse sind kein Nebenjob, sondern eine zentrale Herausforderung für Unternehmen in der Baubranche. Sie müssen ihre Azubis ernst nehmen und ihnen die Chance zu einer qualifizierten Zukunft geben. Nur so kann das Handwerk sichern, dass es eine nachhaltige Nachwuchsstrategie hat und sicher ist, Fachkräfte zukünftig zu haben.