Am 6. Oktober 2026 führten rund 30 selbstständige Frauen aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen eine Demonstration vor dem Reichstag durch, um die Notwendigkeit eines gesetzlichen Mutterschutzes für Selbstständige zu betonen. Die Frauen, die sich unter dem Dach des Vereins "Mutterschutz für Alle!" zusammenschließen, reagieren auf die fehlende Unterstützung in dem aktuellen Referentenentwurf zur Elterngeldreform.

Politische Erwartungen enttäuscht

Tischlermeisterin Johanna Röh, die Vorsitzende des Vereins "Mutterschutz für Alle!", erklärte im Interview, dass sie bereits seit mehreren Jahren für einen gesetzlichen Mutterschutz für Selbstständige eintreten. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD hatte hierzu sogar konkrete Absichten geäußert. "Während der Schwangerschaft und nach der Entbindung sind Unternehmerinnen nicht im selben Maße abgesichert wie Angestellte", kritisierte Röh. "Oft können sie sich keine längere Auszeit leisten und müssen selbst eine Vertretung organisieren."

Der aktuelle Referentenentwurf zur Elterngeldreform, der eine Reform des Elterngeldes und -urlaubs in Deutschland einführen sollte, enthält jedoch keine Regelungen für einen gesetzlichen Mutterschutz für Selbstständige. Die Frauen reagieren nicht mit Enttäuschung, sondern mobilisieren sich für konkrete Maßnahmen.

Wirtschaftliche Herausforderungen

Neben den gesetzlichen Regelungen stellt der Mangel an Unterstützung auch wirtschaftliche Herausforderungen für selbstständige Handwerkerinnen dar. "Selbstständige sind in der Schwangerschaft nicht im selben Maße abgesichert wie Angestellte", betonte Johanna Röh. Sie erklärt, dass viele Unternehmerinnen keine Möglichkeit haben, sich während der Schwangerschaft und nach der Entbindung langfristig freizunehmen, da sie nicht über die finanzielle Absicherung verfügen, um eine Vertretung einzustellen. Dies führt zu einem Wettbewerbsnachteil gegenüber fest angestellten Mitarbeitern.

Initiativen für eine bessere Zukunft

Am Abend des 6. Oktober 2026 fand ein Zukunftsgipfel mit dem Titel "Selbstständigkeit & Familie – warum Vereinbarkeit Wirtschaftspolitik ist" statt, bei dem mögliche Lösungen und deren Umsetzung diskutiert wurden. Zu den Teilnehmern zählten auch Politikerinnen und Politiker aus verschiedenen Parteien.

"Wir wollen nicht nur Beschwerden laut machen, sondern konkrete Lösungen vorschlagen", betonte Röh. Die Frauen hoffen, dass durch diese Aktion und den Zukunftsgipfel ihre Forderungen stärker in die politische Agenda aufgenommen werden und dass es endlich Fortschritte bei der Umsetzung eines gesetzlichen Mutterschutzes für Selbstständige geben wird.

Was das für Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner bedeutet: Ein gesetzlicher Mutterschutz für Selbstständige würde den Arbeitsmarkt im Baugewerbe bereichernd auf den längeren Zeitraum hin beeinflussen. Es könnte dazu beitragen, dass sich mehr Frauen in der Baubranche selbstständig betätigen, da sie sicher sein können, dass sie während der Schwangerschaft und nach der Entbindung ebenfalls angemessen geschützt sind.

Es wäre eine wichtige Investition in die Zukunft, da sie die Vielfalt und den Erfahrungsschatz im Baugewerbe erweitern würde.