Mehr delegieren, schwierige Gespräche nicht aufschieben, endlich Sport treiben – viele Unternehmer im Bauwesen kennen dieses Muster. Sie nehmen sich immer wieder vor, Veränderungen vorzunehmen, scheitern aber häufig daran, diese umzusetzen. Selbstdisziplin ist laut Verhaltensforschung kein alleiniger Faktor für den Erfolg solcher Bemühungen.
Selbstdisziplin reicht nicht aus
Die Verhaltensforschung zeigt: Selbstdisziplin allein reicht nicht aus, um Veränderungen erfolgreich umzusetzen. "Menschen sind Gewohnheitstiere", heißt es in der Deutschen Handwerks-Zeitung. "Wir wissen zum Beispiel seit Jahren, dass wir mehr delegieren sollten." Doch tatsächliche Veränderungen, die wir uns zum Ziel gesetzt haben, gelingen uns oft nicht.
Motivation ist entscheidend
Die Motivation spielt eine entscheidende Rolle. "Es macht einen Unterschied, ob wir ein Ziel selbstgewählt haben und dieses für uns stimmig ist oder wir uns vor allem von außen unter Druck gesetzt fühlen, etwas zu tun", schreibt die Deutsche Handwerks-Zeitung. Wenn Veränderungen aus eigener Initiative und in Einklang mit persönlichen Zielen erfolgen, sind sie wahrscheinlich erfolgreicher.
Frage: Was leistet das Verhalten für mich?
Eine weitere wichtige Frage lautet: "Was leistet es für mich, wenn ich dieses oder jenes Verhalten beibehalte?" Diese Frage erlaubt es uns, hinter das unerwünschte Verhalten zu schauen und zu verstehen, welche Bedürfnisse oder Sicherheiten es bedient. So kann ein Unternehmer zum Beispiel durch eine hohe Kontrolle das Gefühl der Sicherheit genießen. Um diese Verhaltensänderung erfolgreich durchzuführen, muss man sich klar machen, was die Kontrolle für ihn bedeutet und wie man diese Bedürfnisse auf andere Weise befriedigen kann.
Die Verhaltensforschung zeigt: Wir sollten uns nicht nur fragen, wie wir ein bestimmtes Verhalten abstellen, sondern auch, was es für uns leistet. Nur wenn wir diese Frage beantworten können, können wir uns auf die Suche nach Alternativen machen, die dieselben Bedürfnisse befriedigen, aber den gewünschten Verhaltenswechsel ermöglichen.
Verantwortungsbewusstsein und Selbstkritik
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Veränderung ist das Verantwortungsbewusstsein. "Will auch ich diese Veränderung oder versuche ich nur, einer Erwartung zu entsprechen?" fragt die Deutsche Handwerks-Zeitung. Diese Frage hilft uns, uns klar zu machen, ob wir die Veränderung wirklich wollen oder ob wir sie nur aus äußeren Gründen umsetzen.
Es ist wichtig, dass Veränderungen aus eigener Initiative erfolgen und nicht aus äußeren Zwängen. Wenn wir die Veränderung aus eigener Initiative vornehmen, sind wir wahrscheinlich erfolgreicher.
Einfluss von Umwelt und Erwartungen
Ein weiterer Faktor, der Veränderungen beeinflusst, ist die Umgebung. "Der Anstoß zu einer Verhaltensänderung kann durchaus von außen kommen", schreibt die Deutsche Handwerks-Zeitung. Ein Arzt kann uns beispielsweise dazu bringen, uns mehr zu bewegen. Oder unser Team kann uns dazu bringen, mehr Verantwortung abzugeben. Entscheidend ist jedoch, dass wir uns den Anstoß zu eigen machen.
Veränderungen, die wir aus eigener Initiative und in Einklang mit unseren Zielen vornehmen, sind wahrscheinlicher erfolgreich. Wenn wir uns selbst die Fragen stellen, ob wir die Veränderung wollen und was sie für uns leisten, sind wir besser gerüstet, diese Veränderungen umzusetzen.
Was das für Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner bedeutet
Für Bauunternehmen und Vertriebspartner bedeutet dies, dass sie sich bewusst machen sollten, warum sie Veränderungen anstreben und ob diese äußerlich oder intern motiviert sind. Zudem ist es wichtig, sich mit den Funktionsbedürfnissen hinter unerwünschten Verhaltensweisen auseinanderzusetzen, um dauerhafte Veränderungen zu ermöglichen. Nur wenn man das Ganze als eigenverantwortliche Initiative wahrnimmt, kann der Erfolg von Veränderungsprozessen erhöht werden.