Bund und Länder haben sich auf zwei Maßnahmen gegen die hohen Spritpreise geeinigt: einen Tankrabatt möglichst ab 1. Oktober 2026 und einen Preisdeckel, der spätestens zum 1. Januar 2027 eingeführt werden soll. Die Energiesteuer auf Kraftstoffe soll um 14 Cent pro Liter gesenkt werden. Da auf diese Steuer auch Mehrwertsteuer erhoben wird, ergibt sich insgesamt eine Entlastung von knapp 17 Cent pro Liter. Der Spritpreisdeckel könnte zum Beispiel so funktionieren: Eine Behörde berechnet täglich die maximal zulässigen Preise für Benzin und Diesel – auf Basis von Brennstoffpreis, Transport, Lagerung, Versicherung und Verlusten sowie einer zugestandenen Gewinnspanne für die Unternehmen.

Tankrabatt von drei Monaten

Der Tankrabatt soll möglichst ab 1. Oktober 2026 bis Ende des Jahres gelten – drei Monate lang. Dieses Mal tragen Bund und Länder die Kosten je zur Hälfte. Letztlich zahlen also alle Steuerzahler, auch diejenigen ohne Auto. Nach dem Ende des Tankrabatts im Frühsommer zeigte sich, dass der Rabatt nicht immer vollständig weitergegeben wurde. Das Ifo-Institut stellte damals fest, dass bei Super E5 und Super E10 die Entlastung nahezu vollständig ankam, beim Diesel aber im Schnitt nur zwölf der 16,7 Cent Steuersenkung weitergegeben wurden.

Spritpreisdeckel als langefristige Maßnahme

Der Spritpreisdeckel dagegen drückt aller Voraussicht nach die Gewinnmargen der Mineralölkonzerne und kostet den Staatshaushalt voraussichtlich nichts. Belgien und Luxemburg kennen ein solches Modell bereits. Die Bundesregierung rechnet mit rund 2,5 Milliarden Euro für den Tankrabatt. Vom Tankrabatt profitiert jeder, der tankt – aber nicht gleich stark. Wer viel fährt oder ein verbrauchsstarkes Fahrzeug hat, spart mehr. Das gilt auch für Speditionen.

Kritik und Kritikpunkte

Ökonomen kritisieren die Maßnahmen, das Handwerk fordert dauerhafte Lösungen. Die Erfahrung aus dem Tankrabatt im Frühsommer zeigt: nach dem Ende des Rabatts zogen die Preise wieder an. Der Spritpreisdeckel soll so lange gelten, wie die Krise anhält.

Was das für Bauunternehmen und ihre Vertriebspartner bedeutet, hängt stark von der Art des Unternehmens ab. Bauunternehmen, die mit Lastwagen oder Lieferfahrzeugen operieren, profitieren direkt von den Senkungen der Kraftstoffkosten. Dies kann zu reduzierten Kosten für Baustoffe und Materialien führen, wenn diese mit Lastwagen geliefert werden. Allerdings könnte auch die Nachfrage nach Bauarbeiten im Bereich privater Haushalte beeinflusst sein, da diese Maßnahmen das Einkommen und somit die Investitionen in Immobilien beeinflussen könnten.